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KI erleben: Wie Spracherkennung kreativ eingesetzt werden kann

(Auszug aus einer Zusamenfassung für einen Beitrag zu Mittelstand Digital)



Wie hängen KI und Spracherkennung zusammen?

KI in der Bildenden Kunst tauchte erstmals in einer uns vertrauten Version vor etwa 13 Jahren auf (z. B. bei Minha Yang). Die mathematische Kalkulation eines Rechners als Vorläufer kann in der Kunst sogar bis in die 1960er Jahre zurückverfolgt werden. Die seither entstandene kollaborative Kunstkreation nennt sich Digitale Kunst. KI ist eine essentielle Erweiterung und Vertiefung der Digitalen Kunst, bei der oft eine kunstschaffende Person oder Gruppe eine Ausgangsidee formuliert und diese teils oder gänzlich mittels technologischer Möglichkeiten umsetzt. Sie ist eine Materialerweiterung der Kunstschaffenden um unzählige Zusatzkomponenten. Manchmal analysiert und bestimmt eine KI auch ‘selbstständig’, was ein von Menschen geliebtes Kunstwerk sein könnte.


Wie geht das: KI und Kunst?

Das von Kristina Bodrožić-Brnić begleitete Projekt “Untitled” von Graziele Lautenschlager, Fabrizio Poltronieri und Ajna Radamés, wurde Ende 2019 umgesetzt und erstmals auf dem Mittelstand Digital Kongress am 12.11.2019 in Berlin vorgestellt. Die algorithmische Arbeit “Untitled” war in der Lage, eigenständig Worte des Gedichts “Traduzir-Se” („Sich Übersetzen“) des brasilianischen Dichters Ferreira Gullar absichtlich mittels automatisierter Online-Übersetzungen in fünf Sprachen, darunter auch Deutsch, mit Videosequenzen in Verbindung zu bringen. Es suchte sich einsekündige Videoausschnitte heraus, die nach errechneter Analyse in der jeweiligen Sprache etwas mit dem von Besucher*innen angeklickten Wort zu tun hatten. Auf diese Weise begeben wir uns auf eine Reise um die Welt und müssen auch die Schnelllebigkeit unserer Zeit und die rasante Bilderflut, die aus dem Netz auf uns einströmt, einfach hinnehmen, vielleicht auch darüber reflektieren.


Was können wir davon lernen?

Bei “Untitled” ist deutlich spürbar, dass es der Mensch ist, der den initialen Input gibt und auch das Projekt lenkt. Die Künstliche Intelligenz braucht diese Symbiose. Die Menschen unserer Zeit definieren Schwerpunkte und legen fest, was ‘richtig’ und ‘falsch’ ist, tauchen ein und korrigieren oder erweitern wenn nötig. Es ist also auch maßgeblich unsere Gesellschaft, die den Nutzen von KI im Alltag definiert, und mit dieser Gesamtverantwortung geht auch für den Einzelnen die Verantwortung einher, nicht außen vor zu bleiben. Denn nur wer versteht, was bei einer algorithmischen Berechnung eigentlich passiert, kann aktiv an der Entwicklung teilhaben. Deshalb ruft ‘Untitled’ zu mehr Neugier auf.



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